von Gabriele Bartsch und Dr. Christine Dörner
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3. März 2025
PE 50 Plus. Netzwerktreffen bei der Stut tgarter Lebensversicherung. Unsere Einladung an Geschäftsführungen und Personalverantwortliche zum Austausch über „Personalentwicklung 50 Plus“ stieß auf großes Interesse. Herzlichen Dank an die Stuttgarter Lebensversicherung, bei der wir das Netzwerk im Dezember 2024 starten durften. Wir hören viel vom Fachkräftemangel, aber selten von zukunftsweisenden, praxistauglichen Lösungen, wie erfahrene Mitarbeitende langfristig im Unternehmen gehalten werden können. Eines ist klar: ein späterer Renteneintritt allein ist keine Lösung. Aktuelle Studien zeigen, dass Menschen ab 60 gerne länger arbeiten, wenn sie Wertschätzung erfahren und das Gefühl haben, einen sinnvollen Beitrag zu leisten. Genau hier setzt die Personalentwicklung für Mitarbeitende 50+ an. Was hießt das ganz praktisch? Wie entwickelt man eine Strategie? Die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. hat hierzu gemeinsam mit weitgeblickt einen Strategieprozess aufgesetzt, um: die Motivation der Ü50-Beschäftigten aufrecht zu erhalten und sie möglichst lange im Beruf zu halten, den Wissenstransfer zwischen Generationen zu sichern und geeignete Übergangsmodelle zu entwickeln, die einen gleitenden Ausstieg in die Ruhestandsphase ermöglichen - auch über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus. Die SLV schlägt nun den Weg der lebensphasenorientierten Personalentwicklung ein und betrachtet fünf Lebens- und Arbeitsphasen mit ihren jeweiligen besonderen Stärken und Bedarfen. Sehr klug: sie fängt mit den Ü 50 an. Die geplanten Maßnahmen setzen sehr vieles von dem um, was wir in Mitarbeitenden-Fokusgruppen erarbeitet hatten: Ganz klar angesprochen sind die Führungskräfte. Führungsaufgabe ist Wertschätzung, Motivation und Ermutigung zu Neuem – was den Älteren nicht immer ganz leicht fällt. Künftig wird es einen Seniorexpertinnen und -expertenpool geben, bestehend aus den Rentnerinnen und Rentnern der SV. Weitere Maßnahmen sind der Aufbau von altersgemischten Tandems zum Wissensaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung, gezielte Gesundheitsförderung für ältere Mitarbeitende, zielgruppenspezifische Weiterbildung und Freiräume für ehrenamtliche Tätigkeiten. Der Kreis war sich einig, dass die Schwerpunkte und Maßnahmen sehr gut gesetzt sind. Wir verbringen inzwischen durchschnittlich mehr als ein Viertel unseres Lebens im Ruhestand. Das bedeutet viel Raum für ein selbstbestimmtes Leben. Es stellt aber auch eine große Herausforderung dar - nicht nur für das Altersvorsorgesystem, sondern auch für das Sich-Gebraucht-Fühlen. Der bekannte Altersforscher Andreas Kruse belegt klar, dass man sich schneller alt und krank fühlt, wenn man sich nicht mehr gebraucht fühlt. Das spricht für eine gute Kombination aus längerem Arbeiten und erfüllenden ehrenamtlichen Tätigkeiten zugunsten des Gemeinwohls. Wir werden den inspirierenden Austausch fortsetzen und freuen uns auf das nächste Netzwerktreffen. Gastgeber wird das Diakonische Werk Württemberg sein.